Juli

Damit eine Orgel in unseren Ohren „sauber“ klingt, „stimmt“ der Orgelbauer die Tonhöhen der einzelnen Pfeifen genau aufeinander ab. Dazu benötigt er neben guten Ohren und viel Geduld zuallererst ein Stimmgerät,das die absolute Tonhöhe der Orgel festlegt, das kann z.B. eine Stimmgabel sein.

Da die wenigsten Instrumente jedoch genau auf a‘=440 Hz gestimmt werden, da Temperaturwechsel im Raum beständige Änderungen der Tonhöhe hervorrufen, und einige Orgeln historische Stimmungen aufweisen, haben sich elektronische Stimmgeräte durchgesetzt, die die verschiedenen Parameter (Temperatur, absolute Tonhöhe, Stimmungsart etc.) berücksichtigen. Labiale Orgelpfeifen zu stimmen bedeutet immer, ihre klingende Länge zu verändern. Lange Pfeifen klingen tief, kurze Pfeifen hoch, zugedeckte Pfeifen klingen eine Oktave tiefer usw..

Neue Labialpfeifen sind immer erst einmal zu lang und werden Stück für Stück gekürzt, bis sie die richtige Tonhöhe erreicht haben. Zur Feinabstimmung werden offene Metallpfeifenmündungen nach außen oder innen gewölbt („gekulpt“), darüber hinaus gibt es die unter-schiedlichsten Stimmvorrichtungen: Stimmrollen, Stimm-schieber,  Spunde, Hüte mit Röhrchen, Deckel etc. die der Orgelbauer mit „Stimmhörnern“, Hämmerchen, Zangen usw. filigran bearbeitet, bis jede Pfeife möglichst genau zu allen anderen stimmt.